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Gundam 00 (2007)

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GUNDAM 00 Raiser, viel besser wird´s nicht mehr!

Obwohl ich das Gundam Franchise noch noch nicht sehr lange kenne (Gundam Seed Destiny war die erste Gundam-Serie, die ich gesehen habe) so mochte ich es doch gleich. Umso gespannter war ich dann auf Gundam 00, die Serie die zum 30jährigen Jubiläum des Franchise produziert wurde und tatsächlich wurde ich nicht enttäuscht. Es gibt viele gute Anime-Serien. Aber Gundam 00 ist die beste. Zumindest soweit es mich betrifft.

 

Aufmachung

Der Soundtrack der Serie ist sehr gut, die Animation sogar noch besser. Man sieht es der Serie richtig an wie viel Geld und Arbeit da rein geflossen ist. Sie sieht wirklich verdammt gut aus. So gut, dass ich ältere Serien teilweise echt nicht mehr anschauen kann, weil sie durch Gundam 00 geradezu zu primitiven Strichzeichnungen reduziert werden. Traurig aber wahr.

 

Mech-Design

Gundam Designs sehen generell gut aus. So oder so ähnlich muss wohl der Eid lauten den jeder, der einen Gundam designen will, vorher abzulegen hat. Auch bei Gundam 00 hat man sich offensichtlich an diesen Vorsatz gehalten. Obwohl die Designs dieser Serie geringfügig von den vorherigen abweichen, handelt es sich auch bei den neuen Maschinen um waschechte Gundams, was unschwer zu erkennen ist. Die Japaner beherrschen wie niemand sonst die Kunst ein altes Design gekonnt zu aktualisieren, bzw. neu zu erfinden, ohne es dabei in die Brüche gehen zu lassen. Gundam 00 ist der ultimative Beweis dafür.

 

Handlung

Wie bei allen guten Geschichten geht es auch bei Gundam 00 um einen Konflikt. Natürlich hat man sich bei dieser Serie nicht mit nur mit zwei oder drei Parteien zufrieden geben. Nein, Gundam 00 hat ganze vier. Drei Großmächte im traditionellen Sinne, die Union, die Human Reform League, die Advanced European Union und, am allerwichtigsten, die Geheimorganisation Celestial Being. Während sich die „normalen“ Staaten so aufführen wie man das von Großmächten erwartet, hat Celestial Being etwas ganz anderes vor. Das Ziel dieser Organisation ist kein anderes als die Eliminierung jeglicher Form von Kriegsführung. Um dieses Ziel zu erreichen bedient sich Celestial Being einer schlagkräftigen Waffe. Einem Team aus vier Gundams. Die konkrete Aufgabe dieses Teams besteht darin, immer dort wo ein Krieg geführt wird aufzutauchen und allen Beteiligten solange eins zu verpassen, bis sie den Blödsinn sein lassen.

Das beängstigende daran ist, dass dieser Plan auch in Wirklichkeit funktionieren würde. Und es ist ja so befriedigend die Interventionen der Gundams mit anzuschauen. Mal ganz ehrlich. Wer von uns hat sich noch nicht schon mal die Nachrichten angesehen und sich dabei gewünscht, dass mit den ständigen Kriegen endlich mal Schluss gemacht wird? In Gundam 00 kann man das Ganze wenigstens einmal in animierter Form erleben – und das macht echt Spaß.

 

Gundam-Unbesiegbarkeits-Physik

Die Erklärung für die überlegene Performance der Gundams ist dieses Mal sehr speziell ausgefallen. Die Gundams sind nämlich in dieser Serie nicht nur die besten Mechs der Welt, sondern um Welten bessere Mechs als alle anderen. Keiner der vorhandenen Großmächte verfügt über Mobile Suits, die mit der Leistung eines Gundams auch nur halbwegs mithalten können. Das kommt daher, dass die Gundams in 00 nicht auf üblicher, konventioneller Technik beruhen, sondern von Celestial Being selbst und insgeheim entwickelt wurden. Und zwar über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren hinweg. Der ausschlaggebende Unterschied zu konventionellen Kampfmaschinen besteht darin, dass die Gundams sogenannte GN-Partikel verwenden, über die ansonsten niemand verfügt. Diese Partikel ermöglichen es den von ihnen betrieben Maschinen absolut überlegene Leistungen zu erbringen. Angeblich soll es sich dabei um eine exotische Art von Neutrinos handeln, aber mal ganz ehrlich – es ist einfach Pixiedust der einem quasi erlaubt alles zu tun was man will. Solange man nur krass genug ist. Natürlich könnte es sich dabei auch um hochkonzentrierte AWESOMENESS in Pulverform handeln. Das ist es was ich glaube.

 

Charaktere

Charaktere zum lieben, Charaktere zum hassen. Gundam 00 hat sie alle. Allein die große Anzahl an Protagonisten sorgt schon dafür, das wohl für jeden etwas dabei sein dürfte. In beiden Kategorien. Meine beiden persönlichen Lieblinge sind ja Setsuna und Tieria. Da es sich bei Setsuna auch um die Hauptperson handelt, hat die Serie bei mir natürlich leichtes Spiel. Wie soll man da auch noch widerstehen können? Tieria ist allerdings auch nicht schlecht. Obwohl letzterer das Gesicht einer Frau hat und zudem auch noch eine unübersehbare Vorliebe für die Farbe Lila, ist Tunti, wie ich ihn deshalb gerne nenne, doch schwer in Ordnung. Anfangs können er und Setsuna sich zwar gar nicht leiden, aber immer wenn es um etwas wichtiges geht sind die beiden sofort einer Meinung. So muss das sein.

Hasscharaktere sind natürlich auch wichtig. Schließlich muss es ja auch jemanden geben den man in die Luft jagen kann. Der brutale Schlächter und Söldner Ali al Sachez und der Kleidchen tragende Ribbons Almark kommen da gerade recht. Natürlich gibt es auch noch jede Menge fieser Militärs, damit die beiden nicht so alleine dastehen und es auch immer etwas zu tun gibt. Meine beiden Lieblinge in der Kategorie Hasscharaktere sind allerdings Saji Crossroad und Prinzessin Marina Ismail. Nicht das die beiden als solche vorgesehen sind. Ich bin sogar felsenfest davon überzeugt, dass die Autoren der Serie eigentlich wollten das man die mag. Aber das geht echt gar nicht. Die beiden sind so unnütz wie nur was. Neben Saji sieht selbst Shinji aus NGE wie ein gestandener Mann aus und Marina Ismail schafft es locker Prinzessin Peach, aus den Super Mario Spielen, in puncto Nutzlosigkeit den Rang abzulaufen. Wer hätte das gedacht? Etwas gutes haben diese beiden Charaktere allerdings doch. Sie verstärken quasi den Kontrast, was dafür sorgt das die restliche Besetzung umso besser dasteht. Und das ist schon etwas wert.

 

Fazit

Jeder der auf Mech-Action steht sollte sich Gundam 00 unbedingt anschauen. Und den dazugehörigen Kinofilm auch. Auf jeden Fall. Die Serie sieht nicht nur hervorragend aus, sondern enthält auch eine der besten Angriffssequenzen, die ich jemals gesehen habe. Ich sage nur: Memento Mori. Wenn drei Gundams und ihr Mutterschiff gemeinsam ein Ziel angreifen und ihre Fähigkeiten dabei kombiniert einsetzen, ist das einfach nur noch beeindruckend.

 

Vorher in dieser Kategorie: Vampire Hunter D – Bloodlust (2000)



Dune (1984)

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Dune“ ist einer dieser Filme der einen, wenn man sich für SF interessiert, ganz schön in seinen Bann schlagen kann. Als ich diesen Film zum ersten Mal gesehen habe, war ich noch ziemlich jung. Das Buch, auf dem der Film beruht, kannte ich damals nicht und habe es auch bis heute nie gelesen. Trotzdem war für mich unschwer zu erkennen, dass es sich bei diesem Film um etwas besonderes handelt. Außergewöhnlich trifft es vielleicht besser. Typen, die auf riesigen Sandwürmern reiten? Okay, also das sieht man nicht alle Tage. Soviel ist schon mal klar.

Das Setting von „Dune“ ist äußerst düster und exotisch. Im Gegensatz zu „Star War“s oder „Flash Gordon“, ist Dune jedoch, trotz seiner generellen „Abgehobenheit“ keineswegs albern, sondern einer der mit Abstand ernsthaftesten SF-Filme, die mir bekannt sind.

Kurioserweise eine der bekanntesten Szenen des Films: Sting oben ohne

Setting

Auch die Komplexität, der in diesem Film beschriebenen Gesellschaft, übertrifft die der meisten anderen fiktiven Settings bei weitem. Obwohl das gesamte bekannte Universum offiziell von einem Imperator beherrscht wird, so wird einem dennoch schnell klar, dass dieser Imperator weit davon entfernt ist, der alleinige Herrscher der Menschheit zu sein. Die Gemeinschaft der, teilweise miteinander verfeindeten, Adelshäuser, bildet das politische Gegengewicht zur Macht des Imperators.

Der Imperator, Shaddam der Vierte, mit seiner Beraterin.

Die bei weitem wichtigste Gruppierung jedoch, bildet die Gilde der Navigatoren. Obwohl zur Neutralität verpflichtet, handelt es sich bei diesen stark mutierten Menschen um die wahre Macht innerhalb der Gesellschaft. Da die Navigatoren allein dazu imstande sind, interstellare Reisen zu ermöglichen, verfügen sie über ein Monopol über eine Sache, auf die jeder angewiesen ist. Das verleiht ihnen entsprechend viel Macht und Einfluss. Die Sache hat allerdings einen Haken. Um ihre Arbeit bewerkstelligen zu können, sind die Navigatoren auf das Spice angewiesen. Eine bewusstseinsverändernde Droge, die nur auf einem Planeten gewonnen werden kann: Auf Arrakis, dem Wüstenplaneten – auch bekannt als „Dune“.

Der Planet „Dune“ ist dementsprechend der Dreh- und Angelpunkt des Films. Wer „Dune“ kontrolliert, kontrolliert das Universum. Das ist die Formel, auf die die Handlung dieses Films hinaus läuft. Obwohl man das „Spice“ durchaus als das „übliche“ SF-Unobtainium-Plot-Device bezeichnen kann, ist die Begründung dafür, warum diese Substanz so wichtig ist, doch sehr viel ausgefeilter als in den meisten anderen Filmen.


Handlung

Herzog Leto Atreides, Oberhaupt des Hauses Atreides, bekommt vom Imperator Shaddam IV, die Lehensherrschaft über Arrakis übertragen. Dieses „Ehre“ erweist sich jedoch als eine Falle. Die eigentliche Absicht des Imperators besteht nämlich darin, Leto Atreides, mitsamt seiner Armee zu vernichten, da der Imperator die wachsende Popularität des Herzogs fürchtet und in ihm eine Gefahr für seine eigene Stellung sieht. Um die Atreiden auf Arrakis zu vernichten, bedient sich Shaddam IV, der Harkonnen, einem Adelshaus das schon seit geraumer Zeit mit den Atreiden im Zwist liegt. Der Plan geht auf. Herzog Leto wird getötet und seine Streitkräfte vernichtet. Leto´s Frau Jessica und sein Sohn Paul können jedoch entkommen. Gemeinsam nehmen sie Kontakt zu den Fremmen, den Ureinwohnern des Wüstenplaneten auf, bilden diese zu einer Armee aus und beginnen mit deren Hilfe einen Rachefeldzug gegen die Harkonnen und den Imperator.

Die glorreiche Hauptrolle: Paul Atreides

Spezialeffekte

Die optische Darstellung des „Dune-Universums“ leidet natürlich an den Beschränkungen ihrer Zeit. Wenn man das allerdings berücksichtigt kommt man nicht umhin, ein großes Maß an Achtung für die Menschen zu empfinden, deren Arbeit die Vision des Wüstenplaneten in bewegte Bilder übertragen hat. Wie schafft man es Raumschiffe, Körperschutzschilde, die total mutierten Navigatoren, sowie riesige, bis zu mehrere hundert Meter lange, Sandwürmer überzeugend darzustellen? Und das Ganze OHNE dafür einen Computer zu benutzen? „Dune“ ist das jedenfalls gelungen.

So nah sollte man einem Sandwurm, am besten gleich gar nicht erst kommen.

Soundtrack

Der Soundtrack des Films ist sehr eingängig und leidet natürlich sehr viel weniger unter seinem Fortgeschrittenem Alter, als die optischen Effekte. Trotzdem ist es ganz unverkennbar aus welcher Epoche er stammt, da er nicht ausschließlich aus klassischer Musik besteht. Die Komponente, die es so leicht macht ihn zeitlich einzuordnen, ist der kräftige Schuss 80ties-Synthesizer. So manch einer mag diese ungewöhnliche Beimischung vielleicht als Fehl am Platz empfinden, aber für mich ist das einfach nur Nostalgie pur.

Raumschiffdesign, der etwas anderen Art. Ich sagte es ja bereits "Dune" ist... anders.

Darsteller

Ein echtes Minus ist allerdings die Tatsache, dass die Darsteller teilweise ein wenig hölzern agieren. Im Großen und Ganzen wird dieser Umstand allerdings durch die Exotik des Settings an sich überspielt. Mich hat es jedenfalls nicht wirklich gestört. Einer der Highlights dieses Films, soweit es die Darsteller angeht, ist ganz sicher Patrick Stuart, der hier die Rolle des Gurney Halleck verkörpert.

Haare sind sowieso nur was für Weicheier!

Fazit

Obwohl es einige Punkte gibt, die für ihn sprechen, ist „Dune“ ein Film den man nur Leuten empfehlen kann, die eine ausgeprägte Vorliebe für SF und exotische Settings haben. Das liegt weniger an den veralteten Spezialeffekten, sondern mehr an der ungewöhnlichen erzählweise des Films (man kann in vielen Fällen die Gedanken der Beteiligten hören) und an der Komplexität der Hintergrundwelt an sich. „Dune“ ist eine Roman-Verfilmung der alten Schule, das heißt es wird vorausgesetzt, dass man das Buch kennt. Wer es nicht gelesen hat, kann unter Umständen Schwierigkeiten damit haben, sich in dem Universum von „Dune“ zurecht zu finden. Was die Verwirrung, die dieser Film leider ausstrahlt, noch zusätzlich vergrößert, ist die Tatsache das zumindest drei verschiedene Fassungen in Umlauf sind. Mein Text bezieht sich auf die dreistündige Fernsehfassung. Des Weiteren gibt es noch eine deutlich kürzere Original-Kinofassung, sowie eine ungeschnittene Langfassung. Doch trotz allem ist „Dune“ für die Liebhaber exotischer SF und Fantasy-Filme durchaus einen Versuch wert.


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2001: A Space Odyssey (1968)


Space Battleship Yamato (2010)

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Space Battleship Yamato“ (Budget 23,9 Millionen Dollar) basiert auf der Anime-Serie gleichen Namens. Diese Serie ist von 1974 und auch als „Cosmoship Yamato“ im Westen aber vor allem unter dem Namen „Star Blazers“ bekannt. Realverfilmungen von Animes enden ja normalerweise in einer Katastrophe. Es sei denn, die Japaner machen sie selbst. Und genau das haben sie in diesem Fall getan.

Dabei bewiesen sie nicht nur, dass man eine Serienhandlung durchaus auf Filmlänge kürzen kann, indem man einfach alles Unnötige weglässt und die Charaktere zügig vorstellt, sondern dass man sogar die Originaldesigns beibehalten kann, wenn man das nur will. Soweit es die Designs der Raumschiffe selbst angeht, würde ich sogar soweit gehen zu behaupten, dass sie zu den besten zählen, die ich jemals in einem Spielfilm gesehen habe. Das ist keine Übertreibung und auch die Tatsache, dass die Yamato beinahe genau so aussieht, wie ihr historisches Pedant, dass Schlachtschiff Yamato aus dem Zweiten Weltkrieg, mindert diesen Umstand nicht im Geringsten. Tatächlich sind die beiden Schiffe, soweit es die Hintergrundgeschichte angeht, identisch. Ja, die Japaner haben tatsächlich ihr berühmtestes Kriegschiff zu einem Raumschiff umgebaut. Darauf muss man erstmal kommen.

So muss das aussehen: retro aber trotzdem auch futuristisch.

Auch wenn man die Originalserie nicht kennt, kann man der Handlung dennoch mit Leichtigkeit folgen und diese ist, von kleineren Mängeln einmal abgesehen, durchaus gut genug, um den Film zu tragen.

Die Schauspieler hingegen sind sogar sehr gut und gehen vollständig in ihren Rollen auf. Des Weiteren sind alle Archetypen vertreten, die man aus diesem Genre kennt und liebt. Der strenge, erfahrene Kapitän, der junge rebellische Offizier, der hartgesottene Haudegen, der alteingesessene Ingenieur, die nette Ärztin und die risikofreudigen und optimistischen Jägerpiloten. Was will man mehr? Dass bei einer solchen Menge an Rollen kaum genug Zeit bleibt, um auf jeden im Einzelnen einzugehen, ist ebenso unumgänglich wie selbstverständlich. Tatsächlich kann ich dieser Sache eigentlich nur positives abgewinnen. Schließlich haben wir alle diese Rollen schon hundertmal gesehen und wissen, wie sie funktionieren.

Extrem cool: Das abfeuern "Wave Motion Gun", der Hauptkanone der Yamato, erfordert das tragen von Sonnenbrillen. Brace for shock and flash!

Aufgrund einer hohen Ereignisdichte ist der Film äußerst kurzweilig und sehr gute Unterhaltung. Trotz 131 Minuten Laufzeit lässt „Space Battleship Yamato“ der Langeweile keine Chance. Lediglich das Ende streckt sich ein kleines bisschen. Aber das war es dann auch schon. Dafür wird man mit einigen sehr eindrucksvollen Action-Szenen belohnt, die auch im Zeitalter der digitalen Effekte noch beeindrucken und mehr als nur ein bisschen spannend sind.

Die Action, die dieser Film zu bieten hat, findet jedoch keineswegs ausschließlich im Weltraum statt. Auch auf dem Boden gibt es eine, äußerst blutige, Auseinandersetzung mit den Aliens, die einem zweifelsfrei vor Augen führt, dass es sich bei dieser Angelegenheit um bitteren Ernst handelt.

Szenen wie es sie in SF-Filmen viel zu wenig gibt: Die Yamato im Abwehrkampf gegen die außerirdischen Angreifer.

Was Star Wars in sechs Filmen nicht geschafft hat, schafft „Space Battleship Yamato in einem. Hier hat man tatsächlich den Eindruck, dass es sich diesem Konflikt um einen echten Krieg handelt, der von beiden Seiten mit äußerster Härte geführt wird. Dementsprechend ist die Todesrate erschreckend hoch. Und ich rede hier keineswegs ausschließlich von unwichtigen Nebenrollen, die quasi nur dazu da sind, um den Löffel abzugeben.

 

Fazit

Ja, es geht in diesem Film tatsächlich um ein Raumschlachtschiff und seine Besatzung, deren Aufgabe es ist die Menschheit vor außerirdischen Invasoren zu retten. Eigentlich sollte das eine Selbstverständlichkeit sein, aber leider scheitern die meisten SF-Filme an der Umsetzung dieses, anscheinend unglaublich schwierigen, Themas. Jeder der Animes und/oder Science-Fiction-Filme mag, sollte sich diesen Film unbedingt anschauen. Aber auch alle anderen sollten sich überlegen, ob sie ihm nicht eine Chance geben wollen. Das hat „Space Battleship Yamato“ allemal verdient.

 

 

 

Vorher in dieser Kategorie: Iron Sky Premiere in Tampere, Finnland


Starship Troopers (1997)

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Starship Troopers“ (Budget 105 Millionen Dollar), habe ich damals im Kino gesehen. Meine Erwartungen hielt ich vorsichtshalber im Zaum. Eine andere Wahl hat man ja zumeist nicht. Damals erst recht nicht. 1998 befanden wir uns noch im Zeitalter der miesen Kampfchoreografien. Die Matrix-Ära war noch nicht herangebrochen und die meisten Helden, die sich auf der Leinwand tummelten, waren Steve Testosteron plus Knarre. Ich hatte allerdings einige Dinge über „Starship Troopers“ gehört, die mich hoffnungsvoll stimmten. Aber immer schön der Reihe nach.

 

Dass der Film mit einer Actionszene eröffnet wird, ist schon mal eine sehr gute Idee. Damit wird der Grundton des Films gleich zu Anfang gesetzt und man weiß, woran man ist. Zwar folgt daraufhin gleich eine Rückblende, aber das ist leicht zu verschmerzen, denn sie wird dazu benutzt um uns in das Setting einzuführen, was sehr sinnvoll ist und erklärt, wie es zu der anfangs gezeigten Szene überhaupt kam.

„Starship Troopers“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Robert A. Heinlein, einem Altmeister der Science-Fiction. Aber es gibt doch einige grobe Abweichungen von dem eben genannten Buch. Ich beurteile hier lediglich den Film. Worin das Buch und der Film allerdings übereinstimmen, ist der Umstand, dass die Welt der Zukunft von einem Militärregime beherrscht wird.

Dementsprechend wird das Soldatentum hoch geschätzt und nur Bürger, die Militärdienst leisten, erhalten die vollen Bürgerrechte, alle anderen hingegen nicht. All das wird während der Anfangsphase des Films erklärt. Eine durchaus notwendige Erklärung und Einführungsphase, den man benötigt das dort vermittelte Wissen, wenn man die Welt, in der „Starship Troopers“ spielt, verstehen will. Es macht also durchaus Sinn, dass man also nicht gleich Hals über Kopf in die Action startet. Diese Anfangsphase ließ sich nicht vermeiden. Immerhin wird dieses Unterfangen schnell und effizient umgesetzt und auch gleich noch dazu benutzt die Charaktere vorzustellen.

Nach dieser kurzen Aufwärmrunde, die von dem Ende der Schulzeit der Protagonisten handelt, geht es dann direkt zu deren militärischen Grundausbildung. Diese Phase ist schon wesentlich interessanter. Hier wird es sozusagen, das erste Mal Ernst. Man bekommt einen Vorgeschmack auf dass, was man im weiteren Verlauf des Films noch zu erwarten hat. Einen Appetithappen, sozusagen.

Der letzte Teil des Films liefert dann die Action. Und die ist hart und brutal und erfüllt mit Leichtigkeit alles, was einem der Film eingangs verspricht. Damit verfügt der Film über einen klassischen Aufbau und ist somit 1 A strukturiert. Die Spannung steigt von Anfang an immer weiter an, bis zum Höhepunkt und furiosem Finale. Genauso wie das bei einem Film sein muss, wenn er eine spannende Geschichte erzählen will, welche die Zuschauer fesselt.

Dieses Mal sind die Menschen die Invasoren. Einheiten der Mobilen Infanterie landen auf Klendathu.

Die Handlung von „Starship Troopers“ ist zugegebenermaßen nicht gerade umwerfend. Im Endeffekt, lauft sich auf „Humans fight Insects IN SPACE!“ hinaus. Aber was soll´s? Immerhin weiß der Film was er will und lässt daran auch an keiner Stelle einen Zweifel aufkommen. Und wie wir ja alle wissen, wird alles besser, sobald man die zwei Worte „IN SPACE“ anhängt. Auch hier funktioniert das ganz hervorragend.

Das ist aber noch nicht alles, den „Starship Troopers“ ist bei Weitem mehr als ein hirnloser Science-Fiction Actionstreifen. Der Film versucht nämlich auch gar nicht erst, eine Story im klassischen Sinne zu erzählen. Er schildert vielmehr ein Szenario – und ein ziemlich fantastisches noch dazu. Dementsprechend besteht die eigentliche Handlung des Films nicht aus den großen, übergeordneten Ereignissen an sich, diese bilden lediglich die Rahmenhandlung des Films, sondern vielmehr daraus, wie die Hauptcharaktere dieses Szenario erleben und durchleben.

Dadurch fällt den Schauspielern im Endeffekt die Aufgabe zu, den Film beinahe vollständig zu tragen. Das müssen sie freilich immer, aber in diesem Fall sind sie sogar noch wichtiger als in den meisten anderen Filmen. Die Cast von „Starship Troopers“ ist ziemlich groß und setzt sich in erster Linie aus relativ unbekannten Schauspielern zusammen. Neil Patrick Harris und Michael Ironside gehören noch zu den prominenteren Persönlichkeiten, die Starship Troopers zu bieten hat.

Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, wurden alle Rollen gut bis sehr gut besetzt. Meiner Meinung nach gibt es in diesem Film keine einzige Fehlbesetzung und das allein ist schon eine kleine Meisterleistung an sich. Die Cast von „Starship Troopers“ ist schließlich gar nicht so klein. Auch sind genug Archetypen vertreten, dass man den Eindruck bekommt, hier tatsächlich einen repräsentativen Querschnitt aus der Bevölkerung dieser Zeit vor sich zu haben.

Es gibt allerdings auch noch einen anderen Grund dafür, dass die Cast eine gewisse Größe haben muss. Die Todesrate in diesem Film ist nämlich recht hoch. Das muss sie auch sein. Immerhin handelt „Starship Troopers“ von einem interstellaren Konflikt, einem echten Krieg der Sterne, sozusagen und anders als bei diesem fordert dieser Krieg natürlich Opfer.

Keine Fleischwunde. Die Bugs haben die menschlichen Soldaten zum fressen gern.

Das ist auch einer der Gründe, die „Starship Troopers“ über viele seiner Konkurrenten erhebt. So abgehoben dieser Film allein durch sein Grundthema auch sein mag, so schräg manche darin enthaltene Szenen und Szenarien auch sind, dadurch, dass die Auseinandersetzungen an sich relativ blutig und brutal gehalten sind, schafft es dieser Film dennoch genau die Sorte von ernster und bedrückender Atmosphäre aufzubauen, die der Film dringend benötigt um nicht zu einer Persiflage seiner selbst zu verkommen. Meiner Meinung nach gelingt „Starship Troopers“ dieser Balanceakt.

Ungeziefer ohne Ende. Die Bugs.

Obwohl ich ihn keineswegs als beispielloses Meisterwerk der Filmgeschichte bezeichnen würde, war „Starship Troopers“ doch ein sehr viel wichtigerer filmischer Meilenstein, als den meisten Leuten bewusst ist. Dieser Film markiert nämlich einen wichtigen Wendepunkt in der Filmgeschichte. Vorher hatten Filme, mit einem vergleichbaren Thema, immer nachts gespielt, bzw. waren immer schon düster gehalten, um die mangelhaften Spezialeffekte zu überdecken.

„Starship Troopers“ hingegen war einer der Ersten, der fast ausschließlich tagsüber spielt. Die Spezialeffekte waren nun nämlich nicht länger ein Problem. Ganz Armeen von Arachniden tummeln sich hier im hellsten Sonnenschein auf der Leinwand. So etwas gab es vorher im Kino noch nicht zu sehen. Damit demonstrierte „Starship Troopers“ als einer der ersten Filme, wie die neuen, nunmehr auch sehr viel günstigeren Spezialeffekte aus dem Computer die Filmlandschaft nachhaltig verändern würden. Auch wenn das in vielen Fällen mehr schlecht als recht war, so kann man doch diesem Film deswegen kaum einen Vorwurf machen, denn hier macht das Ganze Sinn.

Und manche von den Mistviechern werden ganz schön groß.

Es gibt noch einen weiteren Punkt, auf den ich an dieser Stelle zu sprechen kommen muss. Er wird nämlich gerne übersehen. Die Thematik und die Spezialeffekte, ebenso wie die Art wie diese eingesetzt werden, sind nämlich keineswegs das Einzige, was diesen Film zu etwas Besonderem macht. Auch der Soundtrack ist erwähnenswert. Dieser ist nämlich sehr gut und das ist auch kein Wunder, stammt er doch von niemand anderem als Basil Poledouris, dem Mann, der sich schon für den legendären Soundtrack von „Conan the Barbarian“ verantwortlich zeigte.

Dementsprechend kommt die musikalische Untermalung von „Starship Troopers“ ähnlich bombastisch daher, ist allerdings leider nicht sehr lang und verfügt auf nicht über so viele markante Stücke wie der von Conan. Aus diesem Grund ist sein Wiedererkennungswert leider etwas geringer. Seinen Job macht er trotzdem – und zwar ganz hervorragend.

Wie ich bereits sagte, ist „Starship Troopers“ keineswegs ein filmisches Meisterwerk. Dennoch wurde beim Dreh dieses Films, praktisch alles richtig gemacht. Weder am Pacing noch am Spannungsbogen, weder an den Schnitten, der Kameraführung oder der Besetzung kann man echte Schwachpunkte entdecken. Von diesen gibt es allenfalls Kleinere, die sich teilweise auch recht leicht relativieren, beziehungsweise entschuldigen lassen.

Ich möchte an dieser Stelle lediglich auf einen Vorwurf eingehen, der dem Film, natürlich nur hierzulande, gemacht wurde. Dabei handelt es sich um die Behauptung, dass es sich bei „Starship Troopers“ um pro faschistisches Propagandamaterial handelt. Dieser Vorwurf ist geradezu lächerlich. Schließlich spielt der Film in einer Zukunft, die von einem Militärregime beherrscht wird und alles, was aus im Verlaufe des Films passiert, wird aus der Perspektive dieses Regimes, beziehungsweise seiner Anhänger, gezeigt. Natürlich empfinden diese die bestehenden Verhältnisse als vollkommen normal. Immerhin sind sie innerhalb dieses Umfeldes aufgewachsen und kennen auch gar nichts anderes.

Des Weiteren verfügt das besagte Regime über eine recht effiziente Propagandamaschinerie, mit deren Parolen natürlich auch der Zuschauer im Laufe des Filmes ständig bombardiert wird. Und das diese Propaganda natürlich versucht die bestehenden Verhältnisse anzupreisen und zu loben, sollte ja wohl jedem einleuchten. Für einen aufgeweckten Zuschauer enthält dieser Film nichtsdestotrotz mehr als genug Hinweise, die einem ganz eindeutig vor Augen führen, dass es doch gar nicht so schön ist, innerhalb dieses Regimes leben zu müssen.

Der Umstand, das „Starship Troopers“ allerdings auch noch Bezeichnungen und Symboliken verwendet, die für das Dritte Reich charakteristisch sind, spielt den Kritikern des Films natürlich in die Hände. Dass diese Parallelen vor allem dazu dienen, das Regime in „Starship Troopers“ als etwas Schlechtes darzustellen, da das Dritte Reich nun mal unleugbar etwas Schlechtes war, scheint für die Kritiker dabei eher von untergeordneter Bedeutung zu sein. Soviel dazu.

 

 

Fazit

 

„Starship Troopers“ ist, innerhalb der Grenzen seines Genres ein genialer, darüber hinaus aber immer noch ein sehr guter Film. Er ist unterhaltsam, kurzweilig, sarkastisch bissig, enthält jede Menge Action, spektakuläre Szenen und ist stellenweise sogar noch witzig. Viel besser kann ein Film, dessen Ziel es eigentlich nur ist zu unterhalten, kaum mehr sein. Außerdem enthält er Raumschiffe, Sky Marshalls, eine Teenager-Soldaten-Romanze und Weltraumkäfer, die Leuten das Hirn aussaugen. Was will man mehr?

 

P.S. In Deutschland ist dieser Film übrigens nach kurzer Zeit auf dem Index gelandet. Und das ist er auch heute noch. Genauso wie „The Terminator“. Naja, wenigstens hat er da gute Gesellschaft.

Vorher in dieser Kategorie: The incredible Hulk (2008)


Stargate SG-1 (1997)

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Stargate_SG-1_cast_minus_Jonas_QuinnÜber „Stargate SG-1“ wollte ich schon lange einmal etwas schreiben. Da gab es bislang nur ein Problem. Ich kannte die Serie nicht. Die lief damals nämlich zu einer für mich sehr ungünstigen Sendezeit. Also nahm ich mir vor, „Stargate“ im Nachhinein anzuschauen. Das jedoch, erwies sich als gar nicht so einfach. Die Serie war nämlich recht erfolgreich und lief über insgesamt 10 Staffeln. Es gibt also über 200 Folgen. 214, um genau zu sein. Das ist ein ganz schöner Batzen. Allein die Menge wirkt abschreckend. Trotzdem habe ich es mittlerweile geschafft. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt.

 

 

Handlung


Die Handlung von „Stargate SG-1“ beginnt ungefähr ein Jahr nach den Ereignissen im „Stargate“-Kinofilm von 1994. Die Menschen finden heraus, dass das Stargate keineswegs lediglich nach Abydos führt, sondern Teil eines interstellaren Netzwerkes ist, welches unzählige Planeten unserer Milchstraße miteinander verbindet. Unglücklicherweise ist es ausgerechnet der Systemlord Apophis, welcher die Menschheit mit dieser Tatsache vertraut macht. Die unangenehme Kehrseite der Medaille ist folglich auch, dass die Vernichtung von Ra, ein Jahr zuvor, lediglich ein Etappensieg war.

Neben Ra gibt es noch zahlreiche weitere bösartige Außerirdische, die sogenannten Goa’uld, welche eine Bedrohung der Sicherheit der Erde darstellen. Folglich wird das Stargate Programm wieder aufgenommen und mehrere Einsatzteams aufgestellt um die fremden Welten außerhalb unseres Sonnensystems zu erforschen. Die Aufgabe dieser Teams besteht darin, Kontakt zu außerirdischen Zivilisationen herzustellen, Verbündete im Kampf gegen die Goa’uld zu gewinnen und fortschrittliche Technologien zu requirieren.

Das ursprüngliche Stargate-SG-1-Team. Von links nach rechts: Dr. Samantha Carter (Amanda Tapping), Jack O'Neill (Richard Dean Anderson), Teal'c (Christopher Judge), Dr. Daniel Jackson (Michael Shanks) und General George Hammond (Don S. Davis).

Das ursprüngliche Stargate-SG-1-Team. Von links nach rechts: Dr. Samatha Carter (Amanda Tapping), Jack O’Neill (Richard Dean Anderson), Teal’c (Christopher Judge), Dr. Daniel Jackson (Michael Shanks) und General George Hammond (Don S. Davis).

 

 

Military-Science-Fiction


Bei „Stargate SG-1“, fortan der Einfachheit halber lediglich als „Stargate“ bezeichnet, handelt es sich um einen seltenen Vertreter des SF-Genres Military-Science-Fiction. Die SG-Teams, sowie die dazugehörige Dachorganisation, Stargate Command, besteht aus Angehörigen des US-Militärs. Der US Air Force, um genau zu sein. Dementsprechend sind Stargate-Teams schwer bewaffnet und nicht gerade zimperlich im Umgang mit aggressiven Außerirdischen. So manch ein Möchtegern-Welteroberer muss sehr zu seinem Verdruss feststellen, dass er durchaus erschossen werden kann. Ganz egal wie sehr er auch von sich überzeugt ist.

Selbst die als Replicators bekannten außerirdischen Metallspinnen vertragen den Beschuss mit einer M16 nicht besonders gut, können dieses Defizit aber zumeist durch zahlenmäßige Überlegenheit kompensieren.

Selbst die als Replicators bekannten außerirdischen Metallspinnen vertragen den Beschuss mit einer M16 nicht besonders gut, können dieses Defizit aber zumeist durch zahlenmäßige Überlegenheit kompensieren.

Auch wenn die Menschen den Goa’uld technisch offiziell unterlegen sind, offenbart der Clash zwischen realer Waffentechnologie und SF-B-Movie-Arsenal doch, wie sehr diese Dinge im Bereich SF der Realität in vielen Fällen hinterher hinken. Ja, die Menschen haben keine Raumschiffe oder abgehobenen Strahlwaffen. Trotzdem sind sie den Kriegern der Goa’uld, dank moderner Schnellfeuerwaffen im Kampf auf kurze Distanz überlegen. Ein Umstand, der übrigens auch im Verlauf der Serie anerkannt und hintergrundtechnisch erklärt wird. Ob das aber von Anfang an so vorgesehen war, ist nicht eindeutig ersichtlich. Immerhin verfügen die meisten der unentbehrlichen Bösewichte über spezielle Ausrüstung, wie zum Beispiel die handelsüblichen undurchdringlichen Kraftfelder, um eine direkte Konfrontation mit den Helden überleben zu können. Und die haben sie auch bitter nötig.

Zu Beginn der Serie ist die Standardwaffe eines SG-Teams eine MP5 (ganz oben) des deutschen Waffenherstellers Heckler & Koch. Später wechselt man zur belgischen P90 (Mitte). Die deutsche MP7, ebenfalls von Heckler & Koch, hat im weiteren Verlauf der Serie aber auch noch einen kurzen Gastauftritt.

Zu Beginn der Serie ist die Standardwaffe eines SG-Teams eine MP5 (ganz oben) des deutschen Waffenherstellers Heckler & Koch. Später wechselt man zur belgischen P90 (Mitte). Die deutsche MP7, ebenfalls von Heckler & Koch, hat im weiteren Verlauf der Serie aber auch noch einen kurzen Gastauftritt.

Mal abgesehen davon, dass diese Ausrichtung der Serie für eine anständige Dosis an Action sorgt, hat sie auch noch andere Nebenwirkungen, welche durchaus angenehm sind. Die Anzahl der Drama-Queens ist in „Stargate“ auf einem ständigen Rekordtief. Offensichtlich beschäftigt die US-Air Force weder Minderjährige, noch Heulsusen und schon gar keine minderjährigen Heulsusen. Military Personal for the win. Zwar gibt es die üblichen moralischen Dilemmata, in welchen sich die Mitglieder von SG-1 von Zeit zu Zeit verfangen, aber im Endeffekt hat eben doch immer der Ranghöchste das sagen und bestimmt, wo es lang geht.

Wenn Not am Mann ist, feuert Stargate Command schon einmal eine Luft-Boden-Rakete durch ein Stargate. Ein Goa'uld wird im Verlauf einer solchen Aktion ausgeschaltet. Sozusagen, durch direkten Raketenbeschuss.

Wenn Not am Mann ist, feuert Stargate Command schon einmal eine Luft-Boden-Rakete durch ein Stargate. Ein Goa’uld wird im Verlauf einer solchen Aktion ausgeschaltet. Sozusagen, durch direkten Raketenbeschuss.

 

 

Technische Entwicklung


Während dieses Thema in den weitaus meisten SF-Serien grob übergangen wird, gibt es in „Stargate“ tatsächlich so etwas wie Fortschritt und eine technologische Entwicklung. Da die Aufgabe der Stargate-Teams in erster Linie darin besteht, überlegene Technik zu finden und zurück zur Erde zu bringen, ist das sozusagen eine Grundvoraussetzung des Settings. Trotzdem lässt man sich anfangs sehr viel Zeit damit. Gerade zu Beginn der Serie erweisen sich sämtliche Fundstücke als durch die Bank unbrauchbar. Teilweise mit den absurdesten Begründungen.

Ein Goa'uld Mutterschiff. Diese Schiffe verfügen über eine typische, böses-außerirdisches-Raumschiff-Standardausrüstung, wie Schutzschilde und einen städteausradierenden Todesstrahl. Genau genommen sind sie damit eigentlich fliegende Klischees.

Ein Goa’uld Mutterschiff. Diese Schiffe verfügen über eine typische, böses-außerirdisches-Raumschiff-Standardausrüstung, wie Schutzschilde und einen städteausradierenden Todesstrahl. Genau genommen sind sie damit eigentlich fliegende Klischees.

Aber irgendwann klappt es doch. Ab diesem Zeitpunkt findet nicht nur eine fortlaufende Entwicklung statt, diese beschleunigt sich im Verlauf der Serie sogar immer mehr. Obwohl sie zuerst vollkommen vom Stargate-Netzwerk abhängig sind, soweit es interstellare Reisen angeht, entwickeln und bauen die Menschen schließlich eigene Raumschiffe. Dadurch werden sie letztendlich autark und steigen zu einer wichtigen Macht innerhalb der Milchstraße auf. Ein Traum für jeden SF-Fan.

Während die Goa'uld Mutterschiffe für die Menschen lange Zeit quasi unbezwingbar sind, kehrt sich dieses Verhältnis im Verlauf der Serie praktisch um. Später sind es die irdischen Raumschiffe, welche nun ihrerseits den Schiffen der Goa'uld überlegen sind. Links die Prometheus, das erste von Menschen erbaute Großraumschiff, rechts die Daedalus, das weiterentwickelte Nachfolgemodell.

Während die Goa’uld Mutterschiffe für die Menschen lange Zeit quasi unbezwingbar sind, kehrt sich dieses Verhältnis im Verlauf der Serie praktisch um. Später sind es die irdischen Raumschiffe, welche nun ihrerseits den Schiffen der Goa’uld überlegen sind. Links die Prometheus, das erste von Menschen erbaute Großraumschiff, rechts die Daedalus, das weiterentwickelte Nachfolgemodell.

 

 

Special Effects


Mit den Special Effects verhält es sich ähnlich wie mit der technischen Entwicklung innerhalb der Serie. Das ist auch kein Wunder, da Spezialeffekte um die Jahrtausendwende merklich günstiger wurden und „Stargate“ in diese Zeitspanne fällt. Während die Stargate-Teams in den ersten Staffeln damit vorlieb nehmen müssen, durch irgendwelche Wälder zu streifen, werden die Kulissen und Sets später sehr viel elaborierter. Es vergeht eine ganze Menge Zeit, bis es schließlich zu den ersten Raumkämpfen kommt. Aber wenn es dann soweit ist, freut man sich umso mehr darüber.

Auch wenn sie gegen Ende der Serie durch die Ori ersetzt werden, sind und bleiben die Goa'uld die typischen Markenzeichen-Schurken von „Stargate“. Hier die drei wichtigsten Goa'uld Systemlords. Von links nach rechts: Apophis, Ba'al und Anubis.

Auch wenn sie gegen Ende der Serie durch die Ori ersetzt werden, sind und bleiben die Goa’uld die typischen Markenzeichen-Schurken von „Stargate“. Hier die drei wichtigsten Goa’uld Systemlords. Von links nach rechts: Apophis, Ba’al und Anubis.

 

 

Charakterinteraktion und Humor


Gerade in den ersten Staffeln der Serie, wo die Spezialeffekte noch in den Kinderschuhen stecken und die Handlung sich in der Aufbauphase befindet beweist „Stargate“, dass das Herzstück einer guten Serie, aus den Hauptcharakteren und deren Performance besteht. Die Autoren sorgten in diesem Bereich für zwei Faktoren von entscheidender Wirkung. Zum einen machten Sie alle Hauptcharaktere sympathisch, zum anderen garantierten sie eine gute Interaktion der Charaktere untereinander.

Jonas Quinn (ganz links) dient in der Serie eine Weile als Ersatzmann für Dr. Jackson. Quinn wurde von Corin Nemec gespielt, der unter anderem, für seine Rolle als Parker Lewis bekannt ist.

Jonas Quinn (ganz links) dient in der Serie eine Weile als Ersatzmann für Dr. Jackson. Quinn wurde von Corin Nemec gespielt, der unter anderem, für seine Rolle als Parker Lewis bekannt ist.

Natürlich herrscht nicht immer Einigkeit unter den verschiedenen Mitgliedern des Teams oder zwischen dem Team und den restlichen Militärs oder Regierungsorganisationen. Für auftretende Interessenkonflikte und Meinungsverschiedenheiten gibt es aber in jedem Fall gute Gründe. Aufgesetzte wirken diese nur in den seltensten Fällen. Innerhalb des Teams sind es zumeist Colonel Jack O’Neill und der Zivilist und Archäologe Dr. Daniel Jackson, welche mit Vorliebe anderer Meinung sind. Angesichts des unterschiedlichen Hintergrunds der beiden Charaktere ist das kaum überraschend.

Die finale Version des SG-1-Teams. Nach dem Ausscheiden von Richard Dean Anderson übernimmt Ben Browder, in der Rolle von Lieutenant Colonel Cameron Mitchell, die Leitung des Teams.

Die finale Version des SG-1-Teams. Nach dem Ausscheiden von Richard Dean Anderson übernimmt Ben Browder, in der Rolle von Lieutenant Colonel Cameron Mitchell, die Leitung des Teams.

Immerhin verstehen sich die Autoren darauf, die grundliegenden Meinungsverschiedenheiten der Beiden so zu nutzen, dass die Serie dadurch gewinnt. Bedenken von Dr. Jackson und Colonel O’Neill sind in der Regel gut begründet und berechtigt. In manchen Fällen auch eine Quelle für humorvolle Bemerkungen, die von bitterer Ironie und Sarkasmus bis hin zu harmlosen Späßen reichen. Das ist eine weitere Stärke der Serie. Die Dialoge sind einfach nur genial. Nicht genug damit, dass sie des Öfteren humorvoll sind, sie wirken auch sehr authentisch.

 

 

Die Serie im Kontext


Wenn man sie im Kontext zu anderen SF-Serien setzt, erweist „Stargate“ sich als interessantes Bindeglied zwischen SF-Serien älterer Machart, wie zum Beispiel „Star Trek: The Next Generation“, und aktuelleren wie „Battlestar Galactica“. Aus diesem Grund war „Stargate“ für mich ganz besonders ansprechend, da es verschiedene Merkmale unterschiedlicher Stilrichtungen in sich vereint. Damit wird die Serie zu einem recht exotischen Mix. Zwar gibt es keinen wirklich durchgehenden Handlungsbogen, Stand Alone Folgen kommen immer wieder vor, trotzdem betreibt „Stargate“ von der ersten Staffel an bereits exzessives World-Building, wovon die Serie in ihrem weiteren Verlauf stark profitiert.

Dass zurückgreifen auf Material vergangener Folgen spart nicht nur Kulissen, sondern sorgt auch dafür, dass man das Stargate-Setting als ein zusammenhängendes Universum begreift. Es hilft die Folgen zueinander in Relation zu setzen und erlaubt eine grobe Einschätzung der Verhältnisse, inklusive der Machtverhältnisse, innerhalb des Settings. Des Weiteren sind, vor allem zum Ende der jeweiligen Staffel hin, Mehrfachepisoden an der Tagesordnung, wobei die Zahl 2 mit beängstigender Regelmäßigkeit überschritten wird. Da diese Doppel- Dreifach- oder sogar Vierfach-Folgen auch gerne einmal auf das Material einer älteren Folge zurückgreifen, entsteht auf diese Weise durchaus der Eindruck, dass die Serie einen durchgehenden Handlungsverlauf hätte. Obwohl das nicht wirklich der Fall ist.

Soweit es die Charaktere angeht, verhält es sich ganz ähnlich. Auch bei diesen handelt es sich um Hybriden. Zwar sind sie längst nicht so stark idealisiert, wie man das aus älteren Serien gewohnt ist, aber sehr wohl echte Helden, wie man sie nur aus Film und Fernsehen kennt. Mit den hyperrealistischen Figuren aus diversen neueren Produktionen haben sie indessen nichts gemein. Niemand stellt hier seine eigenen Interessen über die des Teams oder der Erde. Persönlicher Ehrgeiz ist nur in sehr geringem Umfang vorhanden. Alles in allem eine gelungene Kombination, welche die Helden aus „Stargate“ halbwegs glaubwürdig, aber nicht zu realistisch wirken läßt.

„Stargate SG-1“ lief von 1997 bis 2007, also einen Zeitraum von 10 Jahren. Dadurch wurde die Serie zur längsten am Stück laufenden SF-Serie überhaupt. Anhand des Diagramms wird auch die Sonderstellung deutlich, welche die Ausnahme- und Überflieger-Serie Babylon 5 einnimmt. Einen durchgehenden Handlungsbogen, über die komplette Laufzeit einer Serie hinweg, gab es damals eigentlich nur bei Animes.

„Stargate SG-1“ lief von 1997 bis 2007, also einen Zeitraum von 10 Jahren. Dadurch wurde die Serie zur längsten am Stück laufenden SF-Serie überhaupt. Anhand des Diagramms wird auch die Sonderstellung deutlich, welche die Ausnahme- und Überflieger-Serie Babylon 5 einnimmt. Einen durchgehenden Handlungsbogen, über die komplette Laufzeit einer Serie hinweg, gab es damals eigentlich nur bei Animes.

 

Fazit


Alles in allem handelt es sich bei „Stargate“ um eine Serie, die ich nur als gelungen bezeichnen kann und die auch heute noch konkurrenzfähig ist. In erster Linie ist das auf gutes Writting zurückzuführen, womit ich weniger die Story an sich, sondern vielmehr die Charaktere und die Art und Weise wie diese miteinander verkehren meine. „Stargate“ stellt auf eindrucksvolle Weise unter Beweis, dass die wichtigste Zutat für eine gute Show sympathische Charaktere und gewitzte Dialoge sind. Eine Tatsache, der sich die Serie von Anfang an bewusst zu sein scheint, den sie spielt diese Stärken ständig aus. Der Umstand, dass „Stargate“, in seinem weiteren Verlauf, ab einem gewissen Zeitpunkt, auch über ansehnliche Spezialeffekte verfügt, scheint da kaum nennenswert zu sein. In jedem Fall sehr empfehlenswert.

 

Vorher in dieser Kategorie: Raumpatrouille: Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion (1966)


Space Battleship Yamato 2199 (2012)

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Yamato_2199_posterNein, diese Review habe ich nicht schon mal geschrieben. Das war der Realfilm „Space Battleship Yamato“. Hierbei handelt es sich hingegen um eine Anime Serie mit 26 Folgen. Allerdings basieren beide Werke auf der Anime Serie „Space Battleship Yamato“ von 1974, wobei es sich bei „Space Battleship Yamato 2199“ um ein Remake der Originalserie handelt.

 

Zur Originalserie

Die Originalserie erlangte schnell einen hohen Bekanntheitsgrad und gilt heute als ein Meilenstein unter den Anime Serien. Im Jahre 1974 in Japan zum ersten Mal ausgestrahlt, erschien die Serie bereits drei Jahre vor dem ersten „Star Wars“ Film und begründete das Genre des legendären Raumschiffes, welches alleine gegen eine Übermacht von Feinden bestehen muss. Viele Weitere, wie zum Beispiel, „Space Pirate Captain Harlock“, sollten folgen. Die Handlung der Serie war für ihre Zeit ungewöhnlich komplex, tragisch und ernsthaft und beeinflusste damit spätere Serie wie „Mobil Suit Gundam“ maßgeblich.

In den Vereinigten Staaten wurde die Serie unter dem Namen „Star Blazers“ im Jahre 1979 ausgestrahlt und erfreute sich dort großer Beliebtheit. Damit erschloss sie den amerikanischen Markt für Animes im Allgemeinen und bewies zudem, dass es ein Publikum für eine Zeichentrickserie, mit einer episodenübergreifenden Handlung deren Folgen in chronologisch korrekter Reihenfolge angeschaut werden müssen, überhaupt gab. Dadurch wurde auch anderen, vergleichbar komplexen Serien, der Weg auf den amerikanischen Markt geöffnet.

 

Handlung

Die Handlung ist mit der ersten Staffel der Originalserie weitestgehend identisch. Die Erde hat den Krieg gegen eine außerirdische Rasse, die Gamilas, verloren. Praktisch die gesamte Flotte der Erde wurde von den Aliens zerstört. Auch der Planet Erde selbst wurde durch ein andauerndes Bombardement vollständig verwüstet. Die Ozeane sind ausgetrocknet. Die Atmosphäre verstrahlt. Lediglich in unterirdischen Schutzräumen ist das überleben noch möglich. Allerdings werden die vorhandenen Vorräte und Reserven nur noch für ein Jahr ausreichen. Die Menschheit scheint verloren.

Eines Tages erreicht eine Botschaft vom Planeten Iscandar die Erde. Die Iscandarians bieten den Menschen ihre Hilfe an. Sie senden ihnen die Pläne für einen Antrieb, den „Wave Motion Engine“, der den Menschen interstellare Flüge ermöglicht. Des Weiteren versichern sie der Erdregierung, dass sie den ursprünglichen Zustand der Erde wiederherstellen werden, falls es den Menschen gelingen sollte, nach Iscandar zu reisen. All ihrer modernen Schiffe beraubt, setzen die Menschen das im Zweiten Weltkrieg versenkte japanische Schlachtschiff Yamato wieder instand, bauen den Antrieb der Iscandarians ein, und machen aus dem vormaligen Schiff somit ein Raumschiff mit dem sie sich auf die lange, gefährliche Reise nach Iscandar begeben.

Die Iscandarians schicken den Erdlingen allerdings nicht nur die Pläne für den „Wave Motion Engine“, sondern auch eine heiße Blondine in Reizwäsche. Das nenne ich mal eine freundlich gesinnte außerirdische Rasse.

Die Iscandarians schicken den Erdlingen allerdings nicht nur die Pläne für den „Wave Motion Engine“, sondern auch eine heiße Blondine in Reizwäsche. Das nenne ich mal eine freundlich gesinnte außerirdische Rasse.

 

Die Charaktere

Die Serie leistet gute Arbeit dabei, die involvierten Charaktere vorzustellen und dem Zuschauer bekannt zu machen. Soweit es die Yamato angeht, konzentriert man sich dabei in erster Linie auf die Brückenbesatzung. Aber nicht ausschließlich. Die Bandbreite der vorhandenen Persönlichkeiten ist groß und reicht von simplen Anime-Klischees zu relativ komplexen Charakteren. Der Umstand, dass auch diese gewissen Archetypen entsprechen, stört dabei kaum. Diese umfassen mit dem weisen Captain, dem heißblütigen Jungspund und dem gefühlskalten Wissenschaftler Figuren wie man sie aus diversen Raumschiffserien gewohnt ist. Die besagten Rollen sind allerdings weniger stark überzeichnet, als das sonst üblich ist. Dadurch fällt dieser Umstand kaum negativ ins Gewicht. Auch die Anzahl der vorhandenen Charaktere, und deren Interaktion untereinander, hilft dabei, dass die vorhandenen, gängigen Klischees, nicht zu sehr ausarten. Was sich in jedem Fall positiv auf die Serie auswirkt.

Captain Iglu... Verzeihung, Captain Okita zeigt den Gamilas, was eine Harke ist. Unter seiner Führung entwickelt sich die Besatzung der Yamato zu einer schlagkräftigen Truppe.

Captain Iglu… Verzeihung, Captain Okita zeigt den Gamilas, was eine Harke ist. Unter seiner Führung entwickelt sich die Besatzung der Yamato zu einer schlagkräftigen Truppe.

Interessant ist vor allem der Umstand, dass sich „Space Battleship Yamato 2199“ dabei nicht ausschließlich auf die Besatzung der Yamato beschränkt. Auch ihre Gegner, die Gamilas und deren Verbündeten, werden detailliert vorgestellt. Die vorhandene Bandbreite ist kaum kleiner als bei den Menschen. Auch wenn sich die Serie hierbei vorrangig auf die Führungsriege der Gamilas konzentriert, wird auch niederen Mannschaftsrängen erstaunlich viel Screentime zugestanden. Dadurch wird die Gesellschaft der Gamilas dem Zuschauer bemerkenswert gut erklärt. Das macht die Serie sowohl komplexer als auch interessanter und erschließt zugleich neue Handlungsstränge.

 

Die Gamilas

Die Gesellschaft der Gamilas ist streng hierarchisch strukturiert. Es handelt sich um einen Führerstaat mit einem einzelnen Mann an der Spitze. Zwar gibt es auch eine zivile Regierung, zu melden hat diese aber nichts. Die alleinige Macht liegt bei den Militärs. Andersdenkende werden unterdrückt und inhaftiert. Grundlegende Bürgerrechte scheinen nicht oder in einem nur sehr eingeschränkten Maße vorhanden zu sein. Aus diesem Grund befinden sich diverse Generäle und Admiräle in einem ständigen Wettstreit miteinander, um die Gunst ihres Anführers, Lord Albert Desler, zu erringen. Verschwörungen und Putschversuche sind an der Tagesordnung. Es ist eine dieser Verschwörungen, welche der Besatzung der Yamato in einem Fall das Leben rettet. Damit hat die Politik der Gamilas eine direkte Auswirkung auf die Yamato und ihre Crew, auch wenn diese in der Regel nicht davon erfährt.

Gegenüber besiegten Völkern betreiben die Gamilas eine Assimilationspolitik. Wenn diese sich darum bemühen, können sie in das Imperium aufgenommen werden. Dort gelten sie zunächst als Bürger zweiter Klasse, haben aber die Möglichkeit zu vollwertigen Mitbürgern befördert zu werden. Eine solche Beförderung wird allerdings nur dann gewährt, wenn sie der Sache der Gamilas gut dienen, was soviel heißt, wie Militärdienst zu leisten. Da die Erde für die Gamilas, welche an vielen Fronten zugleich kämpfen, nur ein unwichtiger Nebenschauplatz ist, sind es auch solche Freiwilligentruppen, welche im Erdabschnitt stationiert sind. Diese sind weniger gut ausgerüstet und ausgebildet als vollwertige Truppen der Gamilas, was, unter anderem, dazu beiträgt, dass die Yamato anfangs schnell einige wichtige Erfolge erzielen kann.

Mit Welten, die sich gegen ihre Herrschaft auflehnen, machen die Gamilas kurzen Prozess. Hier wird der Planet Alteria schwerstem Bombardement ausgesetzt.

Mit Welten, die sich gegen ihre Herrschaft auflehnen, machen die Gamilas kurzen Prozess. Hier wird der Planet Alteria schwerstem Bombardement ausgesetzt.

 

Animation, Effekte, Stil, und Soundtrack

Da die Serie noch recht neu ist, ist die Animation sehr gut. Bei einer Flaggschiffserie wie „Space Battleship Yamato 2199“, die im wahrsten Sinne des Wortes eine Flaggschiffserie ist, war das auch nicht anders zu erwarten. In Japan wurde die Serie sogar im Kino gezeigt. Auch die Computereffekte sind erste Sahne und verschmelzen übergangslos mit der klassischen Animation. Im Gegensatz zu älteren Serien sind hier keinerlei Bruchpunkte mehr zu erkennen. Die Warpsprünge der Raumschiffe und das Abfeuern der Wave Motion Gun sehen besonders gut aus.

Die Serie zieht viele Parallelen zur Seefahrt. Geschwindigkeitsangaben werden manchmal in Space-Knots gemacht. Des Weiteren wird die alternative Dimension, welche beim Warpsprung durchquert werden muss, als „unter der Wasseroberfläche“ dargestellt. Wobei der normale Weltraum, im Gegensatz dazu, als über der Wasseroberfläche erscheint. Dadurch kommen im Verlauf der Serie nicht nur Schiffsfriedhöfe, sondern auch U-Boot Folgen vor. Die Gamilas verfügen nämlich über ein einzelnes, spezielles Raumschiff, welches dazu in der Lage ist, in diese andere Dimension abzutauchen und aus dieser heraus anzugreifen. Das sorgt nicht nur für zusätzliche, spannende Folgen, sondern bereichert die Serie auch um eine sehr schöne und gut gelungene Allegorie.

Der Soundtrack ist ebenfalls sehr gut, wenn auch nicht der Beste den ich je gehört habe. Wie bei Animes üblich verwendet auch „Space Battleship Yamato 2199“ eine Mischung aus Sythie-Pop und klassischen Musikstücken. Einem westlichen Zuschauer mag diese Kombination zwar seltsam vorkommen, aber da kennen die Japaner eben gar nichts. Die benutzen einfach alles, was ihnen gefällt. Fans der Originalserie dürften über die Verwendung des originalen Themesong äußerst erfreut sein. Dieser wurde nahezu unverändert übernommen und lediglich leicht aufgepeppt. Unnötig zu erwähnen, dass dieser, in einer klassischen, instrumentalen Fassung, auch in der Serie immer dann gespielt wird, wenn es gerade besonders heiß her geht. Aber nicht nur die Yamato, auch die Gamilas wurden mit einem Themesong ausgestattet. Der Nationalhymne ihres Imperiums. Ein weiterer Beweis dafür, dass die Macher großen Wert darauf legten, auch die gegnerische Seite des Konflikts fair und differenziert darzustellen.

 

Action

Genau wie die Charaktere umfasst auch die Action eine gewisse Bandbreite. Duelle zwischen Raumjägern, ganzen Geschwadern und selbstverständlich Schlachtschiffen und Flotten stehen zur Auswahl. Wobei die Yamato natürlich ständig in der Unterzahl und auf sich selbst gestellt ist. Das führt, im weiteren Verlauf der Serie, zu den allseits bekannten und beliebten animetypischen Szenarien, in denen es ein einzelnes Schiff mit einer ganzen Flotte aufnehmen muss.

Dabei beginnt die Serie relativ bescheiden. Da die Erde für die Gamilas eigentlich vollkommen unwichtig ist, hat es die Yamato zunächst nur mit Hilfstruppen zu tun, die über eine verhältnismäßig geringe Schlagkraft verfügen. Nach den ersten Erfolgen der Yamato ändert sich das jedoch schnell. Spätestens als Lord Desler, der Anführer der Gamilas, von der Existenz der Yamato erfährt, gewinnt der Konflikt zunehmend an Intensität. Schließlich werden die besten Truppen und Raumschiffe, selbst ganze Flottenverbände, mobilisiert, um die Yamato zu zerstören. Das führt dazu, dass die Crew des Schiffes einigen rigorosen Prüfungen unterzogen wird, als sie sich jenen Situationen ausgesetzt sieht, die ich anfangs erwähnt habe.

So manch einer mag den Umstand, dass die Yamato gegen eine solche Übermacht bestehen kann, vielleicht als übertrieben ansehen. Dabei ist die Annahme, dass ein mit überlegener Technologie ausgerüstetes und mit einer Elitebesatzung versehenes Schiff überragende Leistungen erbringen kann, grundsätzlich plausibel. Selbstverständlich ist die Serie grundlegend unrealistisch. Auch wenn man sich nur auf die Yamato an sich bezieht, wird das sehr schnell deutlich.

An dieser Stelle muss ich allerdings darauf hinweisen, dass „Space Battleship Yamato 2199“ nicht dem Genre Military Science Fiction angehört. Die Serie hat zwar den Konflikt zwischen der Menschheit und einer außerirdischen Rasse zum Thema, beschränkt sich dabei aber lediglich auf ein Schiff und dessen Mission, während der eigentliche Konflikt lediglich als Hintergrundgeschichte dient, genau genommen längst beendet ist und sehr schnell und einseitig war. Damit gehört „Space Battleship Yamato 2199“ dem Space Opera Genre an und ist, vergleichbar mit „Star Wars“, nach den entsprechenden Maßstäben zu betrachten. Allerdings ist die Serie so gut, die Darstellungen und Erklärungen der vorhandenen Technik, Taktiken und Kämpfe so perfekt ausgearbeitet, dass sie den Bereich Military Science Fiction mehr als nur tangiert.

So wird, zum Beispiel, zumeist peinlich genau darauf geachtet, eine gewisse Balance aufrechtzuerhalten. Wenn die Yamato gegen ein zahlenmäßig weit überlegenes Geschwader der Gamilas antritt und dieses besiegt, dann handelt es sich dabei zumeist um Schiffe, welche der Yamato, soweit es die Klasse angeht, unterlegen sind. Während es sich bei der Yamato um ein Schlachtschiff handelt, scheint das Gros der gegnerischen Einheiten hingegen aus Fregatten, Zerstörern oder Kreuzern zu bestehen. Trifft die Yamato hingegen auf ein Gamilas Schiff einer vergleichbaren Klasse, zum Beispiel einem Dreadnought, hat sie es dementsprechend schwerer. Die Fähigkeit der feindlichen Kommandanten ist ein weiteres Gewicht in der Wagschale. So erzielt die Yamato ihren beeindruckendsten Erfolg während einer politischen Intrige, welche ihre Gegner ablenkt und eine effektive Koordinierung auf deren Seite verhindert. Ein anderes Mal entgeht sie ihrer Zerstörung lediglich, da sich die Gamilas aufgrund interner Streitigkeiten vorzeitig zurückziehen müssen.

Destroy the Yamato? Viel Glück dabei. Fun Fact: Bei den japanischen Schlachtschiffen der Yamato-Klasse handelt es sich um die am schwersten gepanzerten Kriegsschiffe, die jemals gebaut wurden.

Destroy the Yamato? Viel Glück dabei. Fun Fact: Bei den japanischen Schlachtschiffen der Yamato-Klasse handelt es sich um die am schwersten gepanzerten Kriegsschiffe, die jemals gebaut wurden.

 

Schwächen

So sehr ich diese Serie auch mag, ganz frei von Schwächen ist sie nicht. Selbstverständlich beziehe ich mich hierbei nicht auf einen Mangel an Realismus, sondern auf die rein erzähltechnischen Elemente der Show. Der schwerwiegendste Fehler ist zweifellos das Ende der Serie, welches unnötig in die Länge gezogen wurde. Hier hätte man sich besser ein, zwei Folgen früher dazu entschlossen die Geschichte zu beenden. Es ist auch zu diesem Zeitpunkt, als eine gewisse übertriebene, zwanghafte Melancholie eingeführt wird. Dabei hat die Serie so etwas überhaupt nicht nötig. Dazu ist die Handlung an sich bereits melancholisch genug.

Auch der Umstand, dass sich die meisten Besatzungsverluste lediglich auf Statisten beschränken, fällt unangenehm auf. Hierdurch wird „Space Battleship Yamato 2199“ etwas von seiner Ernsthaftigkeit genommen und das ganze Szenario leicht abgewertet. Das ist aber nur im Nachhinein der Fall. Während man sich die Serie ansieht, kann man durchaus um einige Charaktere zittern, falls man das möchte. Tatsächlich war ich recht froh über diesen Umstand, selbst wenn er erzähltechnisch einen Schwachpunkt darstellt. Aber ich habe in letzter Zeit so viel „Game of Thrones“ gesehen, dass ich um jeden Hauptcharakter froh bin, der NICHT das zeitliche segnet. In der Realverfilmung des Stoffes ist die Todesrate hingegen zu hoch. Es ist fast so, als ob sich die entsprechenden Macher hier darauf geeinigt hätten, auf einen gemeinsamen Schnitt von fünfzig Prozent hinzuarbeiten.

Davon abgesehen ist die „Space Battleship Yamato 2199“ so gut wie eine Anime Serie der alten Schule nur sein kann. Ja, man findet hier viele der animetypischen Klischees vor, was aber genrebedingt ist und aus diesem Grund kaum als ein Punkt ernsthafter Kritik dienen kann. Da es sich hierbei um ein Remake einer recht betagten Serie handelt, fehlen immerhin viele der Merkmale, welche in modernen Animes zu finden sind, und die von den Zuschauern teilweise als störend empfunden werden können. So gibt es an Bord der Yamato keine grundsätzlichen Emokinder. Die Situation ist oft genug so verzweifelt, dass Sorgen und Selbstzweifel mehr als angebracht sind. Auch Knaben belästigende Vorzeigeschwuchtel, für die Damenwelt, sind nicht vorhanden. Ein Umstand, der mir, wie ich gerne zugebe, durchaus entgegen kommt.

 

Fazit

Einmal mehr beweisen die Japaner, dass sie sich darauf verstehen ein gelungenes Remake eines Klassikers zu produzieren. Selbst der Opening Song des Originals wurde in die neue Serie mit übernommen und lediglich geringfügig aufgepeppt. Von Nostalgie einmal abgesehen, bietet „Space Battleship Yamato 2199“ ein bisschen Romantik, etwas Humor, eine guten Schuss Melancholie und eine ganze Menge Action. Diese wiederum wurde recht gut dosiert und über die ganze Serie verteilt. In der Regel geben sich ruhige und nervenaufreibende Folgen gegenseitig die Klinke in die Hand. Auch die Handlung ist hervorragend. Der Plot einer einzelnen Episode mag hier und da mal etwas schwächer ausfallen, aber die episodenübergreifende Handlung bleibt durchgehend auf einem recht hohen Niveau. Für SF-Fans ist „Space Battleship Yamato 2199“ ein absolutes Muss. Aber auch für jeden, der eine spannende, gut erzählte Geschichte zu würdigen weiß, empfehlenswert.

 

 

Vorher in dieser Kategorie: Space Pirate Captain Harlock (2013)


Edge of Tomorrow (2014)

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Edge_of_Tomorrow_PosterAuf „Oblivion“ folgt „Edge of Tomorrow“ (Budget 178 Millionen Dollar). Wortwörtlich. Die beiden Filme wurden so kurz nacheinander gedreht, dass Tom Cruise quasi direkt von einer Produktion in die andere sprang. Echte Akkordarbeit, sozusagen. Auf den ersten Blick scheinen sich beide Filme recht ähnlich zu sein. In beiden hat Tom Cruise die Hauptrolle inne. Beides sind Science-Fiction-Filme. Dennoch gibt es einige gravierende Unterschiede. Während es sich bei „Oblivion“ um einen postapokalyptischen Science-Fiction-Film handelt, liegt der Schwerpunkt von „Edge of Tomorrow“ auf der Action. Manche ordnen ihn sogar der Kategorie Military-SF zu.

 

Handlung

Eine außerirdische Rasse, Mimics genannt, hat Europa erobert. Die Streitkräfte der gesamten Menschheit haben sich zusammengeschlossen, um der Bedrohung Herr zu werden. Vorgesehen ist eine Invasion Kontinentaleuropas, von England aus, mit dem Ziel, die Mimics zu vernichten.

Der amerikanische Major Bill Cage (Tom Cruise) erhält den Auftrag, die Invasionsstreitkräfte zu begleiten und den Kampf filmisch zu dokumentieren. Aus Furcht davor getötet zu werden, weigert er sich jedoch. Daraufhin wird er zum einfachen Soldaten degradiert und einer Kampfgruppe der ersten Angriffswelle zugewiesen.

Cage’s Befürchtungen stellen sich als wohl begründet heraus. Die Invasion ist ein Desaster. Die Mimics sind über den Angriffzeitpunkt und Ort bestens informiert. Alle Soldaten, inklusive Cage, werden getötet. Zu seiner Überraschung kommt Cage jedoch am Morgen desselben Tages wieder zu sich und die Ereignisse beginnen von Neuem.

Er versucht seine Mitmenschen zu warnen, aber niemand glaubt ihm. Erst in der hochdekorierten Soldatin Rita Vrataski (Emily Blunt) findet er eine Verbündete. Rita, die als „Engel von Verdun“ Berühmtheit erlangte, weiß das Cage die Wahrheit sagt. Auch sie hatte die Fähigkeit den Tag neu zu starten, wodurch sie eben jenen Sieg erringen konnte, für den sie nun bekannt ist. Sie entschließt sich Cage zu trainieren, und gemeinsam mit ihm gegen die Mimics in den Kampf zu ziehen.

Ist in seinem ersten Kampfeinsatz sichtlich überfordert: Major Cage

Ist in seinem ersten Kampfeinsatz sichtlich überfordert: Major Cage

 

Schwächen

Der Film präsentiert sich selbst als eine Kreuzung aus „Groundhog Day“ und „Starship Troopers“, was ziemlich beeindruckend ist. Zugleich wird dadurch allerdings eine sehr hohe Erwartungshaltung erzeugt. Eine, die so hoch ist, dass der Film kaum eine Chance hat, diese zu erfüllen. Folglich muss der Zuschauer, beinahe zwangsweise, wenigstens geringfügig enttäuscht werden.

Die englische Wikipedia ordnet „Edge of Tomorrow“ in die Kategorie Military-SF ein. Ich selbst sehe das allerdings anders. Zwar ist es richtig, dass der Film einen militärischen Konflikt der Menschheit mit einer Alienrasse thematisiert, nur liegt der Fokus dabei ausschließlich auf einem zeitlich eng begrenzten Ausschnitt dieser Auseinandersetzung. Des Weiteren wird lediglich das Schicksal von zwei Beteiligten (Cage und Vrataski) erzählt. Für eine gute Military-SF-Story ist das zu wenig. Umso mehr, da auf die Gegenseite ebenfalls nicht eingegangen wird, was eine weitere wichtige Komponente des Films hätte werden können. Aus diesen Gründen tendiere ich eher dazu, den Film unter SF-Action zu verbuchen, was natürlich nichts Schlimmes ist. Aber doch deutlich weniger elaboriert, detailliert und raffiniert, als es hätte sein können.

Ein weiteres Problem, ist die Action, mit der der Film aufwartet. Zum einen ist es natürlich schön, das sie da ist. Action ist meistens gut, da sie unterhaltsam ist. Leider ist sie nicht besonders gut. Im Sinne von „nichts Besonderes“. Nicht nach den Maßstäben des modernen Actionkinos des Jahres 2014. Sie kann gerade so mithalten. Aber mehr auch nicht. Anderthalb Dekaden nach „The Matrix“ und zahlreichen, gelungenen Superheldenverfilmungen braucht es mehr, wenn man ein Publikum nachhaltig beeindrucken will.

Das Design der Aliens ist durch die Bank schwach. Zwar sehen diese durchaus furchterregend aus, haben aber so gut wie keinen Wiedererkennungswert. Das Ganze erinnert zu sehr an lieblos angewandte CGI, welche hundertfach gespiegelt wurde. Insgesamt besteht das riesige Heer der Mimics aus lediglich drei unterschiedlichen Kreaturen, von denen sich zwei zudem noch extrem ähnlich sehen und die letzte der Anführer ist, den man praktisch kaum zu sehen bekommt. Damit sieht quasi alles absolut gleich aus und verschmilzt zu einem einzigen CGI-Brei. Zwar konnte auch „Aliens“ (1986) lediglich mit drei verschiedenen Typen von Kreaturen aufwarten, doch waren diese deutlich zu unterscheiden und erfüllten auch ganz unterschiedliche Funktionen. Wohingegen „Starship Troopers“ (1997) sogar doppelt so viel Critter zu bieten hatte. Es sind nicht zuletzt die beiden eben erwähnten Klassiker, welche „Edge of Tomorrow“ definitiv in seine Schranken verweißen.

Warum die Aliens dieses Films auf den Namen „Mimics“ getauft wurden, erschließt sich mir leider nicht. Vielleicht habe ich etwas übersehen, aber ich glaube nicht, dass der Film dazu einen Hinweis liefert. So oder so werde ich diese zufällig angeordnete Menge an Tentakeln wohl nicht sehr lange im Gedächtnis behalten. Aber ich bin zuversichtlich, dass zumindest ihre Mami sie hübsch findet.

Warum die Aliens dieses Films auf den Namen „Mimics“ getauft wurden, erschließt sich mir leider nicht. Vielleicht habe ich etwas übersehen, aber ich glaube nicht, dass der Film dazu einen Hinweis liefert. So oder so werde ich diese zufällig angeordnete Menge an Tentakeln wohl nicht sehr lange im Gedächtnis behalten. Aber ich bin zuversichtlich, dass zumindest ihre Mami sie hübsch findet.

Was für die Mimics gilt, ist für die Ausrüstung der menschlichen Soldaten ebenfalls zutreffend. An aktuellen Standards gemessen, ist diese weder im Bezug auf ihre Leistung noch ihre Ästhetik beeindruckend. Die SF-Soldaten aus „Edge of Tomorrow“ sind kaum besser ausgerüstet als ihre klassischen Vorbilder aus „Aliens“ und „Starship Troopers“ und anderen, zeitnäheren Produktionen, wie zum Beispiel „Iron Man“ (2008), „Avatar“ (2009) oder „Pacific Rim“ (2013) sogar extrem unterlegen. Auch wenn zwei der eben genannten Filme einem ganz anderen Genre angehören, so haben diese doch dabei mitgeholfen das Bild dessen zu prägen, wie zeitgenössische SF-Filmdesigns auszusehen haben und was diverse fiktive Waffensysteme zu leisten imstande sein sollten. Die klobig anmutenden Exoskelette aus „Edge of Tomorrow wirken dagegen veraltet und wie ein liebloses Zugeständnis eines alternden Hollywoods, welches sich nach wie vor hartnäckig weigert, seine heiß geliebten Darsteller in Kampfrüstungen zu stecken, die diesen Namen auch verdienen.

 

Stärken

Dem Umstand zum Trotz, dass es sich hierbei um einen Film handelt, der auf keinem Gebiet bahnbrechend ist, haben wir es hier dennoch mit einer ausgewogenen Mischung mittlerer Qualität zu tun. Die Story ist simpel aber solide und dank der sich ständig wiederholenden Zeitschleife durchaus interessant genug, um die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen.

Einer der wichtigsten Faktoren, soweit es Filme angeht, sind selbstverständlich die Charaktere. Allen voran die Hauptrollen. Mit Major Bill Cage und Sergeant Rita Vrataski hat man soweit alles richtig gemacht. Beide Rollen sind sowohl glaubwürdig als auch sympathisch. Auch die Unterstützung durch diverse Nebenrollen ist gut und vermittelt gekonnt den Eindruck, dass es hier sehr wohl um mehr geht als nur das Schicksal von zwei einzelnen Personen.

Als kleinen Bonus hat man noch Bill Paxton (Bildmitte) in diesen Film geschmuggelt. Das habe ich zuerst gar nicht gemerkt. Dabei kennt man diesen Schauspieler aus so berühmten Klassikern wie „The Terminator“, „Aliens“ und „Predator“. Paxton brüstet sich angeblich gerne damit, dass er der einzige Schauspieler ist, der bereits von allen drei dieser Horrorgestalten getötet wurde. Jetzt kann er Mimics seiner Liste hinzufügen. Nur, dass sich wohl kaum jemand daran erinnern wird. Was wirklich sehr schade ist.

Als kleinen Bonus hat man noch Bill Paxton (Bildmitte) in diesen Film geschmuggelt. Das habe ich zuerst gar nicht gemerkt. Dabei kennt man diesen Schauspieler aus so berühmten Klassikern wie „The Terminator“, „Aliens“ und „Predator“. Paxton brüstet sich angeblich gerne damit, dass er der einzige Schauspieler ist, der bereits von allen drei dieser Horrorgestalten getötet wurde. Jetzt kann er Mimics seiner Liste hinzufügen. Nur, dass sich wohl kaum jemand daran erinnern wird. Was wirklich sehr schade ist.

Auch der Unterhaltungswert von „Edge of Tomorrow“ ist hoch. Was etwas ist, dass man auf keinen Fall unterschätzen sollte. Ja, Explosionen sind nicht gerade Shakespeare. Aber den möchte ich in einem SF-Action-Streifen auch nicht unbedingt sehen. Dann doch lieber die ein oder andere plötzliche Freisetzung einer großen Energiemenge, die zuvor auf kleinem Raum konzentriert war, in Form einer plötzlichen Volumenausdehnung von Gas. „Edge of Tomorrow“ hat da einiges davon. Viel Action, ein klein wenig Humor und eine winzige Prise Romantik sind nun mal ein Rundum-Sorglos-Paket, welches praktisch immer funktioniert und das macht es auch in diesem Fall.

Starke weibliche Rollen sind auch im Jahre 2015 alles andere als selbstverständlich. „Edge of Tomorrow“ hat eine, weswegen der Film immerhin in diesem Bereich recht vorbildlich ist. Sergeant Rita Vrataski ist durchaus seine Frau, die auch ihren Man stehen kann. Man hat zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass dem nicht so wäre. Da sie Cage trainiert und ihm beibringt, wie man die Mimics effektiv bekämpft, nimmt sie praktisch die Rolle eines Mentors ein. Eine Funktion, die ansonsten traditionell eher von Männern wahrgenommen wird. Ja, gegen Ende muss es natürlich ein wenig romantischen Funkenflug zwischen ihr und Cage geben. Nur hat man dabei den Eindruck, dass dies in erster Linie von Cage ausgeht, was das Ganze merklich entschärft und weniger erzwungen wirken lässt.

Könnte als die Frau in die Geschichte eingehen, die Tom Cruise am meisten erschossen hat: Sergeant Rita Vrataski (Emily Blunt)

Könnte als die Frau in die Geschichte eingehen, die Tom Cruise am meisten erschossen hat: Sergeant Rita Vrataski (Emily Blunt)

Im Gegensatz zu „Oblivion“ wirkt sich der Umstand, dass Tom Cruise hier die Hauptrolle innehat, ausschließlich positiv aus. Nicht das er besser spielt, als man das sonst von ihm gewohnt ist. Oder anders, soweit es das angeht. Aber Cruise scheint mir doch ein Schauspieler zu sein, der auf die Zuschauer eine stark polarisierende Wirkung ausübt. Manche lieben ihn, andere hassen ihn. Wie dem auch sei, da Cruise’s Rolle in „Edge of Tomorrow“ mehr geschunden, geschlagen und getötet wird, als in jedem anderen Film zuvor, wäre dieser Streifen auch für Personen, welche den Schauspieler nicht mögen, eine gute Wahl. Soviel zum Thema Cruise-Faktor.

 

Trivia

Glaubt es, oder nicht. Aber genau genommen handelt es sich bei „Edge of Tomorrow“, um eine Literaturverfilmung. Der Film basiert nämlich lose auf einem japanischen Unterhaltungsroman namens „All You Need Is Kill“. Da ich sonst nichts über dieses Buch weiß, möchte ich wenigstens anmerken, dass ich den Titel total mag. Er ist so schön radikal und direkt. „Edge of Tomorrow“ klingt daneben einfach nur blass und harmlos. Alles andere als edgy.

Da es sich hier um einen japanischen Roman handelt, gibt es natürlich auch einen Manga davon. Und da trägt man selbstverständlich richtige Kampfrüstungen. Die Lady natürlich einen in Pink.

Da es sich hier um einen japanischen Roman handelt, gibt es natürlich auch einen Manga davon. Und da trägt man selbstverständlich richtige Kampfrüstungen. Die Lady natürlich einen in Pink.

 

Fazit

Obwohl „Edge of Tomorrow“ qualitativ mit „Oblivion“ ungefähr auf einer Stufe steht, ist „Edge of Tomorrow“ dadurch, dass der Film seinen Schwerpunkt auf Action legt, wesentlich spaßiger. Hier haben wir es mit dem Paradebeispiel eines Films zu tun, den man am besten mit einem Kasten Bier und ein paar Kumpels genießt. Gut genug um Filmgeschichte zu schreiben, ist „Edge of Tomorrow“ sicher nicht. Aber dafür, um über seine Laufzeit hinweg angemessen zu unterhalten, reicht es.

 

 

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